Schicksalsforschung und Karmapraxis

Karmisches Gespräch nach Coenraad van Houten und Rückführungstherapie nach Hans TenDam im Vergleich, von Dipl. Psych. Kai Tschanter

//Schicksalsforschung und Karmapraxis

von Dipl. Psych. Kai Tschanter, Karlstadt – 

In der heutigen Zeit des Schwellenüberganges sucht der bewusstwerdende Mensch nach Orientierung und spürt immer stärker die innere Notwendigkeit, sich von alten Mustern und Themen zu befreien. Die Grenze zum Unbewussten wird durchlässiger, Unerledigtes und Unverdautes wird hochspült, will angeschaut, verstanden und verwandelt werden. Einschränkungen durch Glaubenssätze, Lebenshaltungen und alte Ängste wollen überwunden werden, damit das Neue durchbrechen kann, das die heutige Zeit braucht. Frühere Leben, die mit aktuellen Heraus­forderungen verbunden sind, werden immer leichter zugänglich und können mit der Unterstützung kundiger Mitmenschen verwandelt und integriert werden. Wir haben die Wahl, wieweit wir uns von unbewussten Kräften weiterhin steuern lassen und Vergangenes wiederholen oder uns Schritt für Schritt zu einem wachen und bewussten Menschen entwickeln, der aus seiner Mitte heraus frei und kreativ handeln kann.

Ich möchte zwei Ansätze vorstellen und vergleichen, die sich als moderne Werkzeuge und Hilfsmittel in diesem Themenfeld von Biografiearbeit, praktischer Karmaarbeit und Schicksalsforschung bewährt haben. Ich bin mit beiden Wegen seit vielen Jahren vertraut und wende sie gerne bei Schicksals-fragen in meiner psychotherapeutischen Praxis in der einen oder anderen Form und Kombination an.

Das karmische Gespräch nach Coenraad van Houten

Coenraad van Houten (1922-2013) hat das Lernen des erwachsenen Menschen lebenslang studiert und bahnbrechend erneuert. Auf der Basis einer neuen Urteilsfähigkeit und Willenserweckung hat er im „Lernen vom Schicksal“ Wege eröffnet, die es ermöglichen, die Schicksalszusammenhänge eigener Lebensereignisse in Kleingruppen zu untersuchen. In Forschungsgruppen und Weiterbildungen der New Adult Learning Movement (NALM e.V.) wurden auf der Grundlage echter Begegnung Möglichkeiten gefunden, die wirkenden Schicksalskräfte auch in einem offenen Gespräch zu zweit zu entdecken und greifbar werden zu lassen. Ziel es die Sinnhaftigkeit von Schicksalsereignissen zukunftsorientiert zu verstehen, Doppelgänger zu erkennen, zu erforschen und durch kreatives freies Handeln zu verwandeln.

Moderne Rückführungstherapie nach Hans ten Dam

Mit der Transpersonalen Regressionstherapie (TRT), die u.a. im Tasso-Institut (Utrecht, NL) gelehrt wird, hat Hans ten Dam frühere Ansätze der Reinkarnationstherapie revolutioniert und ebenso bahnbrechend erneuert, vertieft und erweitert. Während zuvor oft hypnotische Induktionen genutzt wurden, um tiefere Schichten des Unbewussten zu erreichen, gelingt es hier durch gezielte Lenkung der Aufmerksamkeit über bestimmte Fragetechniken frühere Erdenleben wiedererlebbar zu machen, alte Gefühle und Körpererinnerungen kathartisch zu entladen, die „Geschichte hinter der Geschichte“ im Zusammenhang mit der jetzigen Biografie zu verstehen und karmische Teilpersönlichkeiten zu integrieren. Ziel ist es die Gegenwart von den Altlasten früherer Leben zu befreien, Blockaden und Symptome zu lösen und aus der eigenen präexistentiellen Biografie zu lernen. Es können hier nur Ausschnitte aus dem unglaublich vielfältigen Methodeninventar der TRT einbezogen werden, die für mich an einen modernen zeitgemäßen Schamanismus erinnert, der auch Themen wie Lösung von Anhaftungen oder Rückholung von verlorenen Seelenanteilen ganz bodenständig pragmatisch in die therapeutische Arbeit integriert und den Klienten darin führt und unterstützt, aus seinem Ich heraus selbst diese Arbeit zu tun. Ohne Abhängigkeiten oder Brimbamborium. Hier geht es vor allem um die Rückführungsarbeit in frühere Leben.

Das Setting

Beim karmischen Gespräch (im Folgenden KG genannt) sitzen sich zwei Mensch wach und mit geöffneten Augen gegenüber. Auch wenn vielleicht einer ein Thema anspricht und der andere intuitiv begleitet, kann die Schicksalsbegleitung auch wechseln. Es ist weniger ein therapeutisches Setting mit einem Helfer und einem Klienten, sondern ein mitmenschliches, gleichrangiges sich Unterstützen beim Umgang mit Schicksalsfragen. Äußere Wahrnehmungen im Gespräch sind genauso wichtig wie das Lauschen nach innen. Thema und Inhalt werden nicht festgelegt, sondern bleiben offen. Es entsteht ein offener leerer Begegnungsraum, ein Bewusstseinsfeld, das sich eher weit und leicht anfühlt, durch eine Art Umschalten auf intuitive, tastende Wahrnehmung. Es findet ein spürbarer Schwellenübergang ins Ungesicherte statt, der etwas Mut erfordert.

In der Rückführung sitzt oder liegt der Klient mit geschlossenen Augen, daneben sitzt der Rückführungsbegleiter, der meist ein geschulter Therapeut oder zumindest ausgebildet ist. In einem Vorgespräch werden grundlegende Informationen und bisherige Erfahrungen mit Rückführungen erfragt. Es wird ein Thema, eine Frage, ein Wunsch für diese Sitzung festgelegt und eine Vereinbarung darüber getroffen, was der Klient hier erreichen will. Die Sitzung beginnt oft mit dem Schließen der Augen und einer Induktion, auf die ich noch komme. Hier geht es um Vertiefung und die Begleitung und Führung des Kl. der in seine seelische Innenwelt hinabsteigt. Der Klient vertraut sich der Führung des Begleiters an, dieser lässt sich wiederum vom Prozess des Kl. führen.

Der Einstieg

Im KG geht es zunächst um eine offene echte Begegnungshaltung, bei der der Andere wahrgenommen und angenommen wird so wie er ist, während man selbst versucht so echt und authentisch wie möglich zu sein. Diese Begegnung lässt einen offenen Raum entstehen, der mit leeren Händen, ohne Plan und Konzept beteten wird, bereit sich auf Eingebung (und die Schicksalsführung) zu verlassen. Ein kleiner Schwellenübergang, der sich auch etwas unsicher und ohnmächtig anfühlen darf, keiner weiß was kommt und ob es gelingen wird… Ausgangspunkt beim Schicksalslernen ist meist ein Ereignis, etwas Konkretes, Erlebtes. Man fragt nicht: Warum hast das gemacht? Sondern eher: was hast du genau gesagt? Wie hast du es gesagt? Wiederhol es doch mal…etc.. Danach steht das tastende wahrnehmen im Vordergrund, das Lauschen auf die Schicksalssprache, das Achten auf Körperhaltung, auf Bedeutsames. Was will sich hier Ausdrücken? Was kommt als Drittes in das Gespräch der beiden Partner, das für beide neu und unbekannt ist? Man hört mit dem „Schicksalsohr“ und achtet auf bestimmte Worte, Formulierungen, die nicht (nur) in die Gegenwart passen, die etwas transportieren. Das braucht etwas Schulung. Gesucht wird die Schicksalsgeste, die ich mit für Coens wichtigste Entdeckung halte. Eine verdichtete Form eines Schicksalsthemas, die wie ein Holonschlüssel die Türen zu unbewussten Themen öffnen kann, die mit dem gegenwärtig (banalen) Erlebten zusammenhängt und ein Wegweiser zu einem früheren Leben sein kann. („Ich fühlte mich wie auf ein Anklagebank“, „das war wie ein Todesurteil“, „dann sind sie alle über mich hergefallen“, Trauer, Wut oder Angst im Tonfall, die Körperhaltung und der Befehlston eines Generals wird im Gespräch wahrnehmbar, usw…). Findet man diese Schicksalsgeste als Ankerpunkt des Themas, kann man sich leiten lassen, was taucht auf? Beim Sprecher und auch an eigenen Assoziationen, die man freilassend anbietet, um weiter zu verdichten, hineinzuführen, bis der Vorhang aufgeht und innere Bilder oder Gefühle erlebbar werden. Dabei geht es mehr um die Arbeit mit den Karmischen Kräften als mit möglichst genauen inneren Bildern.

Bei der Rückführung geht es um das Wahrnehmungen sogenannter Ladungen. Gemeint sind emotionale, energetische Aufladungen, die in der Sprache spürbar werden, aber auch in bestimmten Körperregionen verankert sind, wie gespeicherte astrale Residuen aus früheren Leben. Es wird der Frage nachgegangen: Wohin gehört diese Ladung? Mit welchem früheren Leben ist sie verbunden? Im Sinne eines holografischen Weltbildes geht es nicht um DIE Ursache, sondern um assoziative Verknüpfungen von Themen. Wobei die Rückführungstherapie im Grunde schon nach der Wurzel, nach dem Ursprung von heutigen Themen und Belastungen sucht. Wenn heute Autoritätsangst (Chef, Lehrer,etc) besteht, fragt man: Spür die Angst..Lass sie stärker werden…Wo spürst du sie im Körper?… Diese natürliche Trance gespeicherter Emotionen und Ladungen wird als Brücke benutzt, zur Aufmerksamkeitslenkung. Dies ersetzt die klassischen Methoden der hypnotischen Bewusstseinsdämpfung und –einengung. Die Standardinduktion bei einer kombinierten emotionalen und somatischen Brücke lautet: Spür das Gefühl (Angst, Ärger, Ekel,etc) in deinem Körper (Bauch, Hals, Zittern, etc) und gehe zurück in Zeit und Raum, wo du das zum ersten Mal erlebt hast..5-4-3-2-1-..Wo bist du? Was geschieht hier? Usw.. Auch hier findet ein Schwellenübergang statt. Es öffnet sich eine Tür und beide wissen nicht was dahinter ist, was auftaucht…

Prozessbegleitung

Im KG nutzt der Begleiter sein Gefühl als Wahrnehmungsorgan, richtet es nach außen in den leeren Raum, versucht wahrzunehmen was sich im Gesprochen niederlässt wie in einer Schale, lauschen, tastend, er stellt zur Verfügung was er aus dem Gesprochenen heraus hört, durch beide spricht jeweils der größere, der ganze Mensch hindurch. Das Thema oder auch die Schicksalsgeste kann auch kreativ-künstlerisch in den Raum gesetzt werden, durch Malen, Formen mit Ton, durch Arbeit mit Symbolen, Gegenständen, Musikinstrumenten. Hier gibt es viele Möglichkeiten der Verdichtung, die Wege zum Unbewussten bahnen können. Gemeinsam ist dass der Prozess im Umgang mit den künstlerischen Medien offen und freilassend bleibt, ein absichtsloser Prozess aktiviert wird…Was geschieht hier? Wohin mag es uns führen? Was zeigt sich hier Unbekanntes? Zwei Schicksalsforscher wandern ins Land der Seele hinein. Was entdeckt wird können konkrete Erinnerungen aus einem bestimmten früheren Leben sein aber auch Manifestationen karmischer Kräfte auf Doppelgängerebene, die mehrere frühere Leben zusammenfassen, z.B. Machtdoppelgänger.­ Dies ist eine Besonderheit dieser Art der Schicksalsarbeit.

In der Rückführung findet in der Prozessbegleitung ein rhythmischer Wechsel statt zwischen führenden Impulsen (Gehe zum nächsten wichtigen Ereignis, …dorthin bevor es begann..bis kurz vor deinen Tod…etc). Es folgen öffnende Fragen (Wo bist du? Was geschieht? Das Erste was kommt…) gefolgt von konkretisierenden Unterscheidungsfragen (Bist du ein Mann oder eine Frau? Ist es Tag oder Nacht? Bist du allein oder sind da noch andere?). In der Prozessbegleitung ist man einerseits völlig offen für das was kommt (das Unbewusste des Klienten führt den Prozess). Der Begleiter steuert dabei ohne inhaltlich vorzugeben oder zu manipulieren. Er exploriert, will die Geschichte des aufgetauchten früheren Lebens verstehen, bis sie auch im Lichte eines gesunden Menschen­verstandes ihre natürliche Logik entfaltet, die Wahrheit ans Licht kommt. Zugleich versucht er zu vertiefen, den Ausdruck von Gefühlen und Körpererinnerungen zu unterstützen (Fühl es..Lass es zu..). In der Rückführung findet Befreiung von alten Belastungen statt, indem sie noch einmal (ansatzweise) wiedererlebt werden, bevor sie ganz losgelassen werden können. Körper und Seele begreifen so, dass die heutige Angst vor dem Chef, dem Wasser, Hunden in einen anderen früheren Kontext gehört, wo sie ihre Berechtigung hatten (Hexenprozess, Schiffsuntergang, von Wölfen zerissen werden). Aber das darf jetzt vorbei sein… Diese Rolle der Katharsis im Wiedererleben ist eine Besonderheit dieser Form der Schicksalsarbeit. Dabei spielt das Finden und Entladen von traumatischen Erlebnissen im früheren Leben eine größere Rolle als im KG, wo es mehr um Schicksalszusammenhänge und Lernaufträge geht.

Tod und Nachtoderleben

Die Begleitung durch den Tod und das Wiedererlebens des Sterbens spielt in der Rückführung eine zentrale Rolle. Viele karmische Belastungen hängen nicht unbedingt damit zusammen, dass es in einer gut vorbereiteten (Mitternachtssonne) Wiederverkörperungen Themen früherer Leben wieder aufgegriffen, ausgeglichen und weiterentwickelt werden sollen. Vielmehr werden einige schicksalsmäßig wenig bedeutsame Erlebnisse als astrale Überreste quasi mitgeschleppt, weil das Sterben unvollständig war. Die Person des früheren Lebens kann auch mit bestimmten Methoden der TRT personifiziert werden kann (die Nonne von damals betritt jetzt deinen Raum..Wie schaut sie dich an? Frag sie ob sie weiß, dass sie gestorben ist?). Der Tod ist die große Katharsis und macht deutlich, dass es vorbei sein darf. Das Sterben wird fast immer bewusst wieder erlebt. Die Zeit kurz vor dem Tod (Was sind deine letzten Gedanken, Gefühle, Körperwahrnehmungen vor dem Tod). Besonders die letzten Gedanken vor dem Sterben können sich wie ein unbewusstes Programm „einbrennen“, ein nächstes Leben prägen. Dies spielt auch in buddhistischen Reinkarnations­vorstellungen eine große Rolle. Diese Programme gilt es zu durchschauen und in ihrer Begrenztheit auf den damaligen Kontext zu modifizieren. Genauso wichtig ist es zu begreifen, wie und vor allem sdass man gestorben ist. Besonders wenn der Tod sehr schnell und überraschend kam oder in einem Zustand der Verwirrung (z.B. durch Drogen bei Opferungen), bekommt das Past Life nicht mit, dass es tot ist und versucht das fortzusetzen was ihm wichtig war.

Nach dem Sterben wird der Aufstieg der Seele erlebt und ein bestimmter Ort in der geistigen Welt aufgesucht, der Ort der Gesamtschau (place of overview) genannt wird. Hier kann man, manchmal mit Unterstützung geistiger Helfer, auf das frühere Leben zurück schauen, offene Fragen verstehen, das tun was es braucht um um das früherer Leben abzuschliessen (siehe Integration). Auch Sinnfragen und Verbindungen zum jetzigen Leben können von diesem jenseitigen Ort her verstanden werden. Diese Form der nachgeholten Nachtodeserfahrung und des Aufarbeitens dessen was Geschehen ist, spielt auch im KG eine wichtige Rolle, vielleicht mit weniger Imaginationen, aber im Begreifen von Schicksalszusammenhängen, die durchaus auch eine erschütternde mentale Kathasis auslösen können.

Integration

In der TRT ist es wichtig, zunächst die Geschichte des früheren Lebens in ihren wesentlichen Elementen verstanden und wichtige Erlebnisse wiedererlebt zu haben. Dann gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Unverdaute, Unerledigte, offen Gebliebene, das im Zusammenhang mit der Eingangsvereinbarung steht (!) und sich bis in das heutige Leben auswirkt, abzurunden, zum Abschluss zu bringen, zu integrieren. Der tote Körper des früheren Lebens, der z.B. gewaltsam gestorben ist und auf einem Schlachtfeld zurückblieb, kann (auf ätherischer Ebene) wiederhergestellt, vervollständigt, „geheilt“ (Restauration) werden. Um dann an einen friedlichen Ort gebracht zu werden und dort eine würdevolle Ruhestätte zu finden. Im Nachtodeserleben kann man Personen, die man zurück lassen musste (z.B. Kinder, Geliebte), noch einmal wieder begegnen. Dies kann eine erschütternde und befreiende Wirkung haben, gerade z.B. beim Thema Verlustängste. Innere Glaubenssätze (Postulate, wie Alleinsein ist gefährlich, das schaffe ich nie, traue keinen Männern, etc.), die mit den früheren Erfahrungen zu tun haben, können verwandelt werden. Wichtig sind zum Schluss auch die Verbindungen zum jetzigen Leben. Alte Gefühle müssen im jetzigen Leben getriggert, restimuliert werden, um erneut in den Zeitstrom zu gelangen, um vergänglich und verdaubar zu werden. Dies kann bereits im Mutterleib geschehen (Enge, Dunkelheit), durch die Geburt ausgelöst werden oder auch Lebensereignisse. Dies ist für mich eine der wichtigsten Einsichten in eine erweiterte Biografiearbeit oder Psychologie: Kindheitserlebnisse sind nicht unbedingt Ursache für heutige Probleme, sondern ihrerseits Auffangschalen für alte unverdaute karmische Gefühle, die wiedererlebt und verdaut werden müssen. Man denke an die z.B. an die Schreikinder. Auch Wiederbegegnungen mit Menschen im heutigen Leben, mit denen man karmisch verbunden ist, kann alte Themen reaktivieren (z.B. Mobbingsituationen).

Im KG spielt in der Integrationsphase die freie Tat eine große Rolle, die ich neben der Schicksalsgeste für die zweite geniale Neuerung van Houtens halte. Der Doppelgänger wird durch eine neue Verhaltensweise herausgefordert, die vom Ich und freien Willen des Menschen ausgeht, der entscheidet, an der der Verwandlung der alten Kräfte zu arbeiten und sie in den Dienst seiner Entwicklung und heutigen Lebensaufgaben zu stellen. Die alte Geste wird in eine neue verwandelt, Bilder werden weiter gemalt, Tonfiguren umgeformt. Es wird mit mehr den karmischen Kräften gearbeitet. Der Lernauftrag spielt eine größere Rolle, das heutige Leben wird stärker einbezogen. Diese zukunftsorientierte handelnde Befreiung von alten Mustern braucht viel Kreativität und Inspiration, um wirklich Neues zu finden. Hier haben sich Kleingruppen bewährt, um Anregungen zu finden, auch wenn es manchmal ein stiller individueller Prozess sein kann. Diese Phase karmischer Heilung ist noch relativ unerforscht und birgt gewaltiges Potential.

Zusammenfassender Vergleich

Die beiden Pioniere Coenraad van Houten und Hans ten Dam haben mit ihren Ansätzen moderner praktischer Karmaarbeit bahnbrechende Wege gebahnt, deren Potential für die Menschen der heutigen Zeit und die Arbeit am eigenen Schicksal erst ansatzweise öffentlich erkannt wird. Die beiden Ansätze haben unterschiedliche Schwerpunkte.

Die Rückführungstherapie arbeitet vor allem in der inneren Bilder- und Gefühlswelt mit dem Ziel der Befreiung und Entlastung durch emotional-körperliches Wiedererleben und das Begreifen von Zusammenhängen. Die Gegenwart wird gewissermaßen von karmischen Altlasten gereinigt. Vorteil hier ist, dass es den Umgang mit starken Emotionen ermöglicht und dass manche Prägungen, die in Zuständen starker emotionaler Belastung entstanden sind, auch nur in solchen wieder verändert werden können (astrale Aufräumarbeit). Hier reicht ein mehr kognitives Vorgehen allein meist nicht aus. Dabei bleibt oft eher offen, wie es nach der erfolgreichen Rückführung weitergeht. Der Zusammenhang mit der Biografie, dem äußeren Leben und der Neugestaltung der Zukunft bleibt etwas vage. Dafür gibt es Hilfen im Umgang mit Fremdenergien, die hier allerdings nicht mit einbezogen wurden.

Das karmische Gespräch setzt an äußeren Ereignissen und in der heutigen Biografie an. Diese Ereignisdeutung und auch das Betrachten karmischer Beziehungen durch das Herausarbeiten der Gesten sind mehr gegenwartsorientierte Schwerpunkte und bereichern die Biografiearbeit ungemein. Was uns im heutigen Leben begegnet und schicksalhaft Weichen stellt, ist meist mit früheren Leen verknüpft. Vorteil des KG ist es, dass der Lebensplan, die Sinnfrage und das Schicksal, dass unser Leben ordnet und führt, viel leichter miteinbezogen werden kann. Auch das Zukunftskarma: Wozu ist es gut? Welche Fähigkeit soll ich durch diese Umstände entwickeln? Besonders ist auch die Möglichkeit an Doppelgängern zu arbeiten, die die karmischen Kräfte und Schicksalsmustern verschiedener früherer Leben verkörpern. Dabei geht es mehr um Verwandlung duch kreative Neuausrichtung und freies inneres und äußeres Handeln auf ätherisch-ichhafter Ebene. Beide Ansätze können sich dabei wertvoll ergänzen und auch kombiniert werden.

 

Literatur

Coenraad van Houten – Erwachsenenbildung als Schicksalspraxis, Verlag Freies Geistesleben
Coenraad van Houten – Der dreigliedrige weg des Schicksalslernens, Verlag Freies Geistesleben
Coenraad van Houten – Kreative geistige Forschung, Verlag Freies Geistesleben
Hans ten Dam – Tiefenheilung und Transformation – Das Handbuch der Transpersonalen Regressionstherapie, Lulu.com, 2018
Kai Tschanter – Karmische Krisen und Suizid, Zeit-Schrift für Biografiearbeit Nr. 2, 2011
Kai Tschanter – Schicksalsmuster der Angst, Info3, Feb 2013
Kai Tschanter – Das Holocaust-Syndrom – Merkmale von Holocaustwiederverkörperungen in Begegnung und Lebenslauf, Zeit-Schrift für Biografiearbeit Nr. 23, 2016

Links

www.tasso-regressionstherapie.de
www.tassointernational.com
www.earth-association.org
www.psychotherapie-karlstadt.de
www.nalm.net
www.karmaart.net

2018-11-09T11:18:59+00:00

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