Christoph von Keyserlingk über Reinkarnationstherapie aus anthroposophischer Sicht

//Christoph von Keyserlingk über Reinkarnationstherapie aus anthroposophischer Sicht

Anlässlich der EARTh 2018 Annual Convention in Baarlo führte Timm Christophel ein Interview mit Christoph von Keyserlingk über Regressions- und Reinkarnationstherapie. EARTh ist die internationale Vereinigung der Rückführungs-, Regressions- und Reinkarnationstherapeuten.

Michaela Süß hat das Interview zusammengefasst:

In diesem Interview spricht der Reinkarnationstherapeut Christoph Graf von Keyserlingk über die Vorteile der Regression- und Reinkarnationstherapie.

  • Welche Voraussetzungen braucht ein Therapeut für diese Therapieform?
  • Was sind die anthroposophischen Hintergründe und die Verbindung von Rudolf Steiner zur Regressionstherapie?
  • Wie stellen sich die Zukunftschancen dieser erfolgversprechenden Therapiemethode dar?

Von Keyserlingk vergleicht außerdem die Regressionsarbeit von Hans TenDam mit seiner eigenen Arbeit als Reinkarnationstherapeut und mit anderen Therapieansätzen wie dem Katathym-Imaginativen Bilderleben und der Aufstellungsarbeit.

Für Christoph von Keyserlingk liegen die Vorteile der Regressionstherapie eindeutig in der Schnelligkeit der Aufarbeitung. Wo andere Therapien Jahre brauchen, um zum Ursprung der Problematik und somit zum Erfolg zu gelangen, erzielt man dies hier meist in nur wenige Sitzungen.

Einen weiteren Vorteil sieht er in der Tiefe des Erlebens, die man in der Therapie erreicht, und die für die Heilung ganz entscheidend ist, sowie in dem breiten Spektrum der Themen, die man mit der Regressionstherapie bearbeiten kann.

Natürlich hat auch diese Therapieform Grenzen. Diese sieht er in der Arbeit mit schwer pathologischen Fällen, wie schwere Schizophrenie und bipolaren Störungen. Hier rät er von dieser Therapieform ab und empfiehlt die Weitervermittlung an den entsprechenden Facharzt.

Gute Therapieerfolge sieht er hingegen bei der Arbeit mit multiplen Persönlichkeiten. Hier erzielt man viel schneller Erfolge als mit anderen psychologischen Therapiemethoden. Christoph von Keyserlingk ist hier auch der Meinung, dass vergangene Leben zu dieser Störung dazu gehören und sich die Persönlichkeit schon dort begonnen hat aufzuteilen.

Zur Frage, welche Voraussetzungen ein Regressionstherapeut mitbringen sollte, äußert er sich so: Der Therapeut sollte bereit sein sich zu entwickeln, persönlich und spirituell. Er braucht nicht unbedingt daran glauben, dass es vergangene Leben gibt. Ein „ich schließe es nicht aus“ reicht völlig. Eine Bereitschaft zur Weiterentwicklung ist wichtig, da man seine Grenzen (er)kennen muss, denn „was ich bei mir nicht bearbeitet habe, kann ich auch beim Klienten nicht bearbeiten“. Man sollte also an sich arbeiten wollen!

Gefragt, wann er Aufstellungsarbeit und wann er eher Regressionsarbeit verwendet, sagt er: Um das Thema in der 1. Sitzung besser kennenzulernen und dem Klienten die Probleme aufzuzeigen, greift er gern zur Aufstellungsarbeit (welche mehr dissoziativen Charakter hat). In der 2. Sitzung greift er bereits eher zur Regression, da diese tiefer geht und mehr ins eigene Erleben führt, was die emotionale Erinnerung (welche in den Zellen gespeichert ist) besser löst, da sie hier auch körperlich aufgearbeitet werden kann und muss.

Oft merkt er in Aufstellungen schon, dass die Klienten jahrelang an einem fremden Gefühl gearbeitet haben, das gar nicht ihnen gehört. Daher ändert sich auch nichts an ihrem Problem, denn es ist ja nicht ihres, es ist fremd!

Für seine Sitzungen veranschlagt er zeitlich ca. 3h mit Vorgespräch, Sitzung und Nachgespräch.

Als Anthroposoph sieht er eine wesentliche Verbindung zwischen Regressionsarbeit und den Lehren von Rudolf Steiner, da Steiners zentrales Thema Regression und Karma war. Er weißt auf die bemerkenswerte Erfahrung hin, dass für einem Klienten in einer einzigen Regressionssitzung erreicht werden kann, was in steinerschen großen Karmaübungen über Jahre trainiert wird.

Seiner Ansicht nach bleiben Anthroposophen oft im mentalen Denken stecken und weigern sich Erfahrungen in vergangenen Leben als eigenes Erleben anzuerkennen und aufzuarbeiten. Stattdessen versuchen sie vergangene Leben „denkerisch“ zu erfassen, aber was dann fehlt ist das Erleben. Schwierige Punkte werden so nicht bearbeitet.

Es bringt nicht viel, wenn man um die vergangenen Leben weiß, aber keine Lösung findet.

Diese nicht gelösten Dinge aus vergangenen Leben sind in diesem Leben präsent als Information, die Energie von dir besitzt und dich beeinflusst. Für ein energetisch „volleres Ich“ muss diese festsitzende Energie von Dir abgeholt werden.

Hierbei sieht Christoph das Wichtigste im „durch den Tod gehen“, denn erst wenn man tot ist, kann man es bearbeiten. Genau das ist es auch was bei den Antrophosophen oft fehlt – die Lösung/Klärung nach dem Wiedererleben (!) – der Energieaustausch, die Klärung auf Seelenebene und das gesamte Verstehen des Geschehenen.

Steiner vermittelt seiner Meinung nach das Erleben nur gedanklich über Bücher, aber selbst erleben kann man es nur in Eigenarbeit. Ansonsten „arbeiten die Steiner, aber nicht sich selbst“. Doch bezüglich des „durch den Tod gehens“ ist bei den Anthroposophen überall Widerstand zu finden – eine Form von „spiritual Bypassing“.

Das Entscheidende für eine erfolgreiche Sitzung ist, dass „sich im Körper oder/und im alltäglichen leben etwas verändert“. Ein Problem liegt fast immer in allen drei Ebenen, der emotionalen Ebene, der mentalen Ebene und der körperlichen Ebene. Nur wenn man auf allen 3 Ebenen arbeitet und Lösungen findet, kann Heilung dauerhaft stattfinden.

Hier arbeiten die Anthroposophen meist nur auf der mentalen Ebene und das emotionale und körperliche fehlt ganz.

Was sich seiner Ansicht nach positiv entwickeln wird und wo Christoph sehr zuversichtlich ist, das ist die gesellschaftliche Akzeptanz der Regressionstherapie. Er sieht einen Zuwachs an Spiritualität, Religiosität und Forschung. 80% glauben bereits an Reinkarnation, nur das Offizielle wehrt sich noch dagegen.

Weitere Informationen:

  • Das AIR© Institut in Dresden von Christoph und Chanda von Keyserlingk bietet Ausbildungen für Regressions- und Reinkarnationstherapie an.
  • Die diesjährige EARTh Annual Convention findet in Deutschland und bei Christoph in der Nähe statt! 13. – 19 Juli, 2019 in Marienthal bei Dresden. Teilnehmer – auch Neueinsteiger in die Thematik – sind willkommen!
  • Das Tasso-Institut Deutschland bietet eine Ausbildung zum Transpersonalen Regressionstherapeuten mit Hans TenDam, Marion Boon, Maarten Wiegmans, Kai Tschanter, Itta Nietsch und Timm Christophel als Dozenten an. Die einjährige Weiterbildung findet in Bremen statt. Hier finden Sie mehr Infos und können sich die kostenlose Kursbroschüre herunterladen.
  • Jetzt erhältlich: Das Ausbildungsbuch „Tiefenheilung und Transformation“ von Hans TenDam. Kostenlose Leseprobe auf https://tasso-regressionstherapie.de

(c) Timm Christophel (Interviewer)
https://rückführung-in-frühere-leben.de

2019-06-13T00:47:47+00:00

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